Aufwendungen und Erträge als Basis der BWA

Nur Aufwendungen und Erträge sind die Basis der Betriebswirtschaftlichen Auswertung. Sonst nichts. Dementsprechend setzt sich die BWA nur aus Erfolgskonten zusammen, also aus den T-Konten der doppelten Buchführung, die gewinnwirksame Geschäftsvorfälle erfassen.

Erfolg, Aufwand und Ertrag meinen nichts anderes, als „ärmer werden“ oder „reicher werden“ einer Unternehmung durch bestimmte Geschäftsvorfälle. Untersucht wird also, ob ein Ereignis den Gewinn beeinflusst oder nicht. „Erfolg“ ist übrigens der Oberbegriff für Gewinn oder Verlust. In der Betriebswirtschaft spricht man immer von einem Erfolg, im schlimmsten Fall ist er eben negativ ;).

Erfolgsbestimmung

Dabei lässt sich im Einzelfall gar nicht so einfach festlegen, welcher Geschäftsvorfall erfolgswirksam ist, also den Gewinn beeinflusst.

Angenommen, eine Firma kauft ein Auto für 60.000 € und zahlt bar. Ist dieser Geschäftsvorfall erfolgswirksam, wird das Unternehmen dadurch ärmer oder reicher? Nein, wird es nicht: es besitzt dann zwar weniger Geld, aber dafür ein Auto. Geldvermögen wurde gegen Sachvermögen getauscht, der Wert des Vermögens insgesamt ändert sich nicht. Ein solcher Geschäftsvorfall bleibt deshalb ohne Gewinnwirkung. Lediglich die Zusammensetzung des Vermögens hat sich geändert (mehr Auto, weniger Geld), aber das war es auch schon.

Man nennt solche Geschäftsvorfälle „erfolgsneutral“.

Einzelfallbetrachtung

Nun ja, könnten Sie einwenden: Sobald man mit dem neuen Fahrzeug auch nur das Gelände des Autohändlers verlässt, verliert der Wagen doch massiv an Wert. Wieso ist die Anschaffung dann kein Aufwand?

Das ist zwar richtig aber: Buchhalter sind Haarspalter. Der folgende Wertverlust durch Nutzung des Fahrzeugs stellt einen neuen Geschäftsvorfall dar. Die Buchung dieses Wertverlustes heißt dann „Abschreibung“.

Der Kauf des Fahrzeugs ist ein Geschäftsvorfall (erfolgsneutral), der folgende Wertverlust ein weiterer, separater Geschäftsvorfall (erfolgswirksam). Ob Aufwendungen oder Erträge also tatsächlich gegeben sind, muss man pro Einzelfall betrachten.

Erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle

Alle Geschäftsvorfälle, die nicht gewinnwirksam (nicht erfolgswirksam) sind, erscheinen nicht in der BWA. Das erklärt, warum sich viele Positionen aus der Buchhaltung nicht in der BWA wiederfinden: weil sie den Gewinn  nicht beeinflussen.

Das Kassenkonto zum Beispiel oder das Bankkonto erscheinen nicht in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung. Das irritiert vielleicht: Angenommen, ein Kunde kauft ein, bezahlt bar, was den Kassenbestand erhöht und die Umsatzerlöse, wieso soll das nicht erfolgswirksam sein?

Erfolgswirksame Geschäftsvorfälle

Die Antwort: Denken Sie daran, dass wir von der doppelten Buchführung sprechen, bei der Geschäftsvorfälle immer mindestens zwei kaufmännische Auswirkungen haben. Aufwendungen und Erträge haben deshalb auch zwei Auswirkungen, eine davon betrifft ein Erfolgskonto, die andere ein anderes T-Konto – die Kasse zum Beispiel.

Der Kauf eines Produktes gegen Barzahlung stellt einen Umsatzerlös dar, der zwei Auswirkungen hat:

  1. die Kasse steigt
  2. die Umsatzerlöse steigen auch.

Dementsprechend landen die „Umsatzerlöse“ sehr wohl in der BWA, über das Konto Umsatzerlöse, der Erfolgswirkung dieses Ereignisses ist Genüge getan. Aber es ist eben nicht das Kassenkonto, das dort erscheint.

Der Buchungssatz für Umsatzerlöse

Der Buchungssatz lautet „Kasse an Umsatzerlöse“. Kasse und Umsatzerlöse sind beides T-Konten, aber es ist das T-Konto „Umsatzerlöse“, das den Erfolg, die Gewinnsteigerung repräsentiert, nicht das Konto Kasse. Dieses erfasst nur den Geldeingang. Das Kassenkonto muss also nicht in der BWA erscheinen, denn mit der Erfassung des Verkaufs über das „Gegenkonto“ Umsatzerlöse ist der Gewinnausweis in der BWA gewährleistet.

Wenn Sie genauer wissen wollen, wie Soll und Haben und T-Konten funktionieren, hören Sie gerne meinen kostenlosen Podcast zum Thema. Oder nutzen sie eines meiner anderen eLearning-Angebote.

BWA-Zeilen

Die Ergebnisse der Aufwands- und Ertragskonten (die Salden) werden in der BWA gruppiert und tabellarisch in einer gewissen Reihenfolge  aufgeführt. Die Gruppierung erfolgt, in dem gleichartige T-Konten zu einer Position zusammengefasst und in einer Zeile der BWA-Tabelle ausgewiesen werden.

Alle Materialverbrauchskonten werden zum Beispiel unter der Position „Materialverbrauch“ zusammengefasst. Verbraucht ein Unternehmen Wolle, Holz und Kork als Rohmaterialien und hat für jedes der Materialien ein eigenes Materialverbrauchskonto eingerichtet, so werden diese in der BWA zu nur einer Zeile „Materialverbrauch“ verdichtet.

Kompakt soll die Darstellung sein, nicht detailliert.